Evolution der Brille: So haben sich Fassungen im letzten Jahrhundert verändert

Die Panto-Brille: Das It-Modell der 1920er bis 1940er Jahre

Die Panto-Brille ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts vor allem bei der intellektuellen Elite nicht wegzudenken. Im Laufe der Zeit gewinnt sie auch in der breiten Bevölkerung an Popularität. Hergestellt wird sie bis ins Jahr 1973 aus Schildpatt, der aus den Hornschuppen von Schildkröten gewonnen wurde. Dadurch erhielt sie ihre charakteristische Farbe. Auch heute noch gehört die Panto-Fassung zu den Dauerbrennern, wird allerdings aus Kunststoff gefertigt. 

 

Petticoats, Rock’n’Roll und Cat-Eye – die Brillenmodelle der 1950er Jahre

Die 1950er Jahre bedeuteten nicht nur den Durchbruch des Rock´n´Roll. Parallel dazu wurde die erste Damenbrille entwickelt! Denn in diesem Jahrzehnt wird mit der Cat-Eye-Fassung die erste Sehhilfe speziell für Frauen hergestellt – die uns auch heute nach wie vor begeistert. Herren greifen zu den bis heute noch immer beliebten Modellen Wayfarer oder Clubmaster.

 

Zudem wird in diesem Jahrzehnt auch das Material überarbeitet: Durch neue Kunststoffverbindungen können Brillen nun aus leichtem Kunststoff hergestellt und eingefärbt werden.

 

Blog-2

Bildunterschrift: Perfekt zum Petticoat: Cat-Eye-Fassungen unterstreichen feminine Formen.

 

Markant und eckig– diese Modelle waren in den 1960ern angesagt

In den 1960er Jahren werden die auffälligen Formen der 1950er weiterentwickelt. Markante Fassungen mit dicken Rahmen, dunklen Farben und kantiger Form liegen absolut im Trend. Auch Frauen lieben die androgynen Modelle und kombinieren sie zu Hosenanzügen. Durch die Erfindung von Optyl wird die Brillenwelt wie nie zuvor revolutioniert! Dieser Werkstoff ermöglicht erstmals eine Serienherstellung von Brillen, die zuvor in langwieriger Handarbeit hergestellt wurden.

 

Die wilden 1970er: Zwischen Blumenkindern und Disco-Welle

Die Trends der 70er Jahre verändern den Brillenmarkt von Grund auf. Statt dunkler und eckiger Modelle dominieren nun übergroße Fassungen in bunten Farben und Rundungen den Markt. Zudem zeichnen sich die 70er Jahre als Geburtsstunde der Designer-Brillen aus. Die neuen Modelle sind so beliebt, dass sie bis heute noch gerne getragen werden.

 

Kultjahrzehnt 1980er: Von Retro-Brillen und Metall-Fassungen

In den 80er Jahren gibt es die erste Retrobewegung. Parallel dazu werden die Fassungen allerdings filigraner und wesentlich leichter. Die Trendbrillen der 1980er Jahre: Die Pilotenbrille und die Titanium-Brille Air von Paul-Jörn Lindberg. Sie kommt vollkommen ohne Schrauben, Schweißnähte und Nieten aus, weshalb sie besonders leicht ist. Rückblickend die Grundsteinlegung für den Metall-Trend, der heute die Brillenwelt dominiert.

Blog-3

Bildunterschrift: Das Beste der 80er Jahre: Doppelsteg und Pilotenstil.

 

Gewollt unauffällig: So präsentieren sich Brillen in den 1990ern

Puristisch, minimal und klar: Die Fassungen werden kleiner, die Form klassisch rechteckig. Im Gegensatz zu den 1970er Jahren soll die Sehhilfe nicht mehr auffallen. Als neues Material hält Titan Einzug in die serielle Herstellung und macht Brillen noch komfortabler.  

 

Die Sehhilfe als Accessoire – die 2000er Jahre bis heute

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts feierte die Brille ihren wohl größten Durchbruch seit ihrer Erfindung: Denn Brillen sind endgültig kein Makel mehr, sondern ein modisches Accessoire! Und nicht nur Brillen werden zum neuen Fashion-Accessoire, auch Lesebrillen profitieren vom Imagewandel der Sehhilfen.

Als Hommage an ihren neuen Status werden sie erstmals sogar ohne Sehstärke aus Fensterglas gefertigt. Mit ihrem neugefundenen Selbstbewusstsein soll die Brille wieder auffallen und zum Blickfang werden. Die Modelle werden bunter und größer. Zusätzlich gilt: Retro ist schick!

 

 Blog-4

Bildunterschrift: Panto-Form trifft auf Transparenz: Klassiker werden in den 00er Jahren neu aufgelegt.

 

Weiterlesen:

Zeitreise: So wurde Fehlsichtigkeit früher behandelt.

Fernsehen schadet den Augen? Hier lüften wir die vier größten Augen-Mythen!

Fitte Augen auch im Büro: So klappt’s!

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

Passende Artikel
Facebook
Instagram